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Das Material „Holz“
Holz ist ein Naturmaterial und damit kein Material, das durchgehend die gleiche Beschaffenheit hat. Zwar kann der Holzbildhauer sich über die unterschiedliche Beschaffenheit eines Holzstammes an verschiedenen Stellen hinwegsetzen, da zum Beispiel eine Kettensäge fast jeden beliebigen Schnitt in einen Baumstamm machen kann, jedoch wählt man ein Naturmaterial ja nicht, um sich dann darüber hinwegzusetzen, dass es eben ein Naturmaterial ist. Daher nutzt der Bildhauer bei jedem Stück Holz die „Vorgaben“, die es macht, die aber nicht zwingend sind. Durch seinen Wuchs und Charakter macht das Holz dem Bearbeiter also sozusagen Vorschläge, die als Inspiration genutzt werden können. Folgt man diesen Vorschlägen, lässt sich das Werkzeug so einsetzen, dass das Material dem Werkzeug keinen Widerstand bietet.

Skulpturen als dreidimensionale Zeichnungen
Geht man mit dem Material Holz so um wie oben beschrieben, kann man mit Holz und Säge genauso arbeiten wie mit Papier und Bleistift. Die Rillen in den Skulpturen entsprechen den Bleistiftstrichen auf einem Blatt Papier. Sie sind vergleichbar mit den Trennlinien, die die Umrisse von gezeichneten Körpern sind, nur dass es sich bei einer Skulptur eben nicht um die Unterteilung eines Blattes Papier in verschiedene Flächen, sondern um die Unterteilung eines Körpers in verschiedene kleinere dreidimensionale Körper handelt. Hier wurde die Linienführung mit der Kettensäge so gewählt, dass die Skulptur nicht eine einzige große Form ist, sondern dass die Formen, aus denen die Skulptur besteht, als einzelne Körper erkennbar sind. Die Proportionen und Unterteilungen ergeben sich hierbei durch die Länge des Werkzeugs. Die Größe der Säge legt die maximale Größe eines Schnitts fest. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, schon vor Beginn der Bearbeitung eines Holzblocks festzulegen, wie groß die einzelnen Segmente sein sollen, da das Werkzeug entsprechend gewählt werden muss. Ein „Drauflosarbeiten“ ist also nicht möglich, sondern die Skulptur muss vor Arbeitsbeginn im Kopf des Holzbildhauers bzw. in Skizzen bereits „fertig“ sein.

„Nach der Kettensäge“
Sind die Linien und Flächen durch die Kettensäge gesetzt, folgt als nächster Arbeitsgang das Präzisieren der Linien und Flächen. Mit Schleifmaschinen oder – wenn noch größere Präzision nötig ist – mit einem Schleifklotz und Schleifpapier werden die zuvor gesetzten Linien sozusagen nachgezeichnet. Zum Teil ähnelt dieser Arbeitsgang dem Schraffieren von Flächen auf einem Blatt Papier. Der hier beschriebene Arbeitsgang hat zur Folge, dass die Skulpturen zwar großformatige Arbeiten sind, aber keine groben Formen haben.

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